Das Globuswerk
Material: Gekauter Kaugummi
Seit 2012 – fortlaufendes Projekt
Kollektive Spur und materielles Gedächtnis

Das Globuswerk ist ein partizipatives Kunstprojekt, das den menschlichen Körper direkt in den künstlerischen Prozess integriert. Ausgangspunkt ist ein alltägliches, scheinbar banales Material: gekauter Kaugummi. Durch die Handlung des Kauens wird er individuell geformt, mit Speichel durchsetzt und anschließend als physische Spur in das Werk überführt.
So entsteht ein wachsender Speicher biologischer und sozialer Präsenz – ein analoges Archiv, das sich aus den Überresten kollektiver Teilnahme speist. Jeder Kaugummi fungiert dabei als minimaler Abdruck einer Person, als Fragment von Identität, das anonym bleibt und dennoch Teil eines größeren Zusammenhangs wird.
Seit seinem Beginn in den Globus-Werken Leipzig hat sich das Projekt über mehrere Städte hinweg ausgedehnt. Leipzig, Hamburg, Wolfenbüttel, Magdeburg, Nürnberg, Berlin und Kolding bilden ein Netzwerk von Orten, an denen das Werk weitergeschrieben wird. Diese geografische Ausweitung verstärkt den Charakter des Globuswerks als dezentrales, organisch wachsendes System.
Intimität, Partizipation und Transformation
Das Globuswerk bewegt sich bewusst im Spannungsfeld zwischen Intimität und Öffentlichkeit. Speichel, als hochgradig persönliches und körpernahes Material, wird hier aus seinem privaten Kontext gelöst und in einen kollektiven, sichtbaren Raum überführt. Dieser Transfer stellt Fragen nach Nähe, Distanz und den Grenzen des Sozialen.
Gleichzeitig thematisiert die Arbeit Prozesse der Transformation. Was zunächst als Abfallprodukt erscheint, erhält durch den künstlerischen Rahmen eine neue Bedeutung. Der Kaugummi verliert seine ursprüngliche Funktion und wird zum Träger von Erinnerung, Beteiligung und Zeit.
Die fortlaufende Natur des Projekts unterstreicht diesen Ansatz. Das Werk ist nie abgeschlossen, sondern existiert als kontinuierlicher Prozess, der sich mit jeder neuen Beteiligung verändert. Es ist weniger ein statisches Objekt als vielmehr ein lebendiges System, das Wachstum, Akkumulation und kollektive Autorschaft sichtbar macht.
In diesem Sinne kann das Globuswerk als eine Form von materieller Vernetzung gelesen werden – ein physischer Knotenpunkt, an dem individuelle Spuren zu einem gemeinsamen Bild verdichtet werden.


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